Die Schulterprothetik hat in den letzten Jahren einen großen Fortschritt gemacht. Durch verschiedene konstruktive Neuerungen ist es gelungen, eine individuelle Anatomie für jeden Patienten nachahmen zu lassen. Dies führt zu deutlich besseren funktionellen Ergebnissen als die Prothesen der ersten Generationen.

Schulterprothese

Ein von uns mitentwickeltes Konzept ist der knochensparende Oberflächenersatz, bei dem nur der zerstörte Knorpel mit einer Metallkappe ersetzt wird. Die modernen Stielendoprothesen lassen durch einen exzentrischen Kopfaufsatz die verschiedenen Ausrichtungen des Kopfes im Verhältnis zum Schaft gut nachahmen. Bei zusätzlich zur Arthrose bestehenden großen Defekten der Rotatorenmanschette hat sich die sogenannte Inverse Prothese etabliert.

Fallbeispiel: Oberflächenersatz

Bei einer 54jährigen Patientin mit rheumatoider Arthritis bestehen seit 3 Jahren zunehmende Bewegungsschmerzen des rechten Schultergelenkes. Untersuchungen zeigen eine rheumatisch bedingte Arthrose des rechten Schultergelenkes. Der Patientin wurde eine Oberflächenersatzprothese implantiert. Nach 6wöchiger limitierter Bewegung kann die Bewegung freigegeben werden. 6 Monate nach der OP kann die Patientin die Schulter wieder frei und schmerzfrei bewegen.

Fallbeispiel: Inverse Prothese
Bei einem 75jährigen Patienten bestehen seit 2 Jahren zunehmende rechtsseitig Schulterschmerzen. Die Bewegung hat deutlich abgenommen und der Patient kann den Arm nur noch 40 Grad aktiv anheben. Untersuchungen zeigen eine sekundäre Arthrose auf dem Boden einer Rotatorenmassenruptur mit Schulterkopfhochstand (Cuffarthropathie). Dem Patienten wurde eine Inverse Schulterprothese implantiert. Nach 6wöchiger limitierter Bewegung kann die Bewegung freigegeben werden. 3 Monate nach der OP kann der Patient die Schulter aktiv 110 Grad zur Seite und nach vorne anheben.

Humeruskopffraktur

Beim Bruch des Oberarmknochens hängt die Therapie zum einen von der Art des Bruches und zum anderen von der Qualität des Knochens und dessen Blutversorgung ab. Für letzteres spielt das Alter des Patienten eine maßgebliche Rolle. In der Regel kann eine Rekonstruktion des Oberarmkopfes mit Hilfe einer modernen winkelstabilen Platte durchgeführt werden. In komplizierteren Fällen kann eine so genannte Frakturprothese zum Einsatz kommen. Ist in seltenen Fällen gleichzeitig ein großer, nicht zu rekonstruierender Defekt der Rotatorenmanschette vorhanden, kommt direkt eine Inverse Schulterprothese zur Anwendung (siehe dort).

Fallbeispiel
Ein 58jähriger Patient stürzt vom Fahrrad auf die linke Schulter. Die bildgebende Diagnostik zeigt eine wenig verschobene 3-Fragment-Humeruskopffraktur. Der Patient wird umgehend operiert, wobei die Bruchfragmente wieder eingerichtet und mit einer eingebrachten winkelstabilen Platte gehalten werden. Der Patient kann nach der OP zügig funktionell therapiert werden, wobei zunächst unter der Wegnahme der Schwerkraft die Schulter bewegt wird. Der Krankenhausaufenthalt beträgt 6 Tage, 6 Wochen nach der OP ist die Schulter wieder frei beweglich.

Ungekoppelte Ellenbogenendoprothesen

Bei einer Destruktion des Ellenbogengelenkes, meist durch sekundäre Arthrose aufgrund einer rheumatoiden Arthritis oder einer älteren Gelenkfraktur verursacht, ist die Endoprothese das Mittel der Wahl. Ist die Bandführung des Gelenkes intakt, kann eine ungekoppelte Prothese implantiert werden, bei der die Stabilität durch die Bandführung gewährleistet wird. Diese Prothesenkomponenten werden häufig oberarmseitig zementlos verankert und unterarmseitig einzementiert. Nach einer kurzen Ruhigstellung kann das Ellenbogengelenk nach der OP früh funktionell bewegt werden.

Gekoppelte Ellenbogenprothesen

Wenn die Bandführung des Ellenbogengelenkes nicht mehr ausreichend funktionsfähig ist und das Gelenk hierdurch instabil wird muss bei einem arthrosebedingten Gelenkersatz die Stabilität des Gelenkes durch die Konstruktion der Endoprothese gewährleistet werden. Dies wird durch eine Koppelung der Prothesenkomponenten miteinander erzielt.