Grundsätzliches zur Operation

Beim operativen Eingriff wird das erkrankte Kniegelenk durch ein Kunstgelenk ersetzt. Die Operation kann in Voll- oder Teilnarkose erfolgen. Die Teilnarkose hat den Vorteil einer geringeren Beeinflussung des Allgemeinzustandes. Viele Patienten werden heute in Teilnarkose operiert. Sie erhalten dabei zusätzlich ein Beruhigungsmittel und können die Operation mit verfolgen und dabei über Kopfhörer Musik hören, ohne Schmerzen zu verspüren. Welche Methode sich im jeweiligen Fall empfiehlt, bespricht der Anästhesiearzt mit den Patienten. Der gesamte Eingriff dauert in der Regel eineinhalb bis zwei Stunden. Nicht unerwähnt bleiben sollten die Risiken. Zum Beispiel Blutergüsse, Infektionen, Allergien, Blutungsgefahr und Thrombosen. Doch meist sprechen die Vorteile für einen Eingriff – auch bei älteren Patienten.

Vor der Operation

Durch eine richtige Vorbereitung und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen können Sie eventuelle Risiken entscheidend verringern. Dazu gehört z. B. die Verbesserung Ihres Allgemeinzustandes: Verzichten Sie auf Tabak und Zigaretten und reduzieren Sie eventuelles Übergewicht. Über die Möglichkeit einer Eigenblutspende sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arzt.
Für eine schnelle Rehabilitation ist es überdies sehr hilfreich, wenn Sie sich bereits vor der Operation mit den krankengymnastischen Übungen und dem Umgang mit Gehstützen vertraut machen. Wenn Sie regelmäßig ein Aspirin-Präparat einnehmen, sollten Sie dieses in Absprache mit Ihrem Hausarzt rechtzeitig vor dem Eingriff absetzen, um ein erhöhtes Blutungsrisiko zu vermeiden.

Eigenblutspende
Da bei Implantation von Endoprothesen trotz gewebeschonender Operationsverfahren ein relevanter Blutverlust nicht sicher auszuschließen ist, bieten wir unseren Patienten in Zusammenarbeit mit der Anästhesiologie die Eigenblutspende an. So lässt sich bei der intraoperative Rückgabe des abgesaugten Bluts und Autoretransfusionsverfahren (Rückgabe von Drainageblut) meist die Gabe von Fremdblut völlig vermeiden.

Operationsschritte

Schritt 1:
Über einen Schnitt an der Vorderseite des Knies wird das erkrankte Gelenk erreicht. Der Operateur entfernt die zerstörten Knorpelflächen des Oberschenkelknochens mit speziellen Instrumenten.

Schritt 2:
Mittels Spezialschablonen wird der Knochen präzise vorbereitet. Vor der Implantation des Originalimplantates wird eine Probeprothese eingesetzt. Hierdurch kontrolliert der Operateur den korrekten Sitz, Größe, Stabilität und den Bewegungsspielraum.

Schritt 3:
Die Vorbereitung des Schienbeinkopfes geschieht auf die gleiche Weise.

Schritt 4:
Nach vorherigem Probesitz wird die metallische Schienbein-Komponente eingesetzt. Hierauf wird ein Polyethylen-Einsatz befestigt, der als Gleitfläche zwischen Ober- und Unterschenkel dient.

Schritt 5:
Je nach Schweregrad der Arthrose muss auch die Rückfläche der Kniescheibe ersetzt werden.

Schritt 6:
Der komplette Gelenkersatz wird nochmals auf seine optimale Beweglichkeit geprüft. Dann wird die Wunde verschlossen und ein Kompressionsverband angelegt. In die Wunde eingelegte Drainageschläuche verhindern Blutergüsse, da nachsickerndes Blut abfließen kann.

Nachbehandlung

Der stationäre Aufenthalt in der Klinik beträgt zirka zwei bis drei Wochen. Darauf folgen entsprechende Rehabilitationsmaßnahmen, die ambulant oder in einer Reha-Klinik durchgeführt werden. Ein speziell geschultes Pflegeteam betreut die Patienten nach der Operation im Aufwachraum und sorgt für ihre sichere Überwachung. Ein leichter Wundschmerz im Kniebereich ist möglich. Je nach Bedarf werden notwendige Infusionen und Medikamente verabreicht. Nachdem sich der Allgemeinzustand stabilisiert hat, werden die Patienten in ihre Krankenzimmer verlegt.

Reha auf Station
Bereits am Tag nach der Operation oder am nächsten Tag wird mit ersten Bewegungsübungen begonnen. Diese Frühmobilisation senkt das Risiko von Komplikationen ebenso wie regelmäßige Gymnastik, Kompressionsstrümpfe und Blutverdünnungspräparate. Als Erstes lernen die Patienten vom Bett aufzustehen und sich wieder richtig zu setzen. Selbst alltägliche Bewegungsabläufe, wie das richtige Ein- und Aussteigen aus dem Auto oder das richtige Hinauf- und Hinabsteigen von Treppen, müssen wieder erlernt werden. Durch intensive Krankengymnastik werden Gehfähigkeit und der Muskelaufbau gefördert. Ziel ist es, Oberschenkel- und Beckenmuskeln so zu trainieren, dass die Patienten voll von ihrer wiedergewonnenen Beweglichkeit profitieren können. Die zwischen Arzt und Physiotherapeut abgestimmten Rehabilitationsmaßnahmen haben große Bedeutung für den Erfolg der Operation und die schnelle Genesung. Mit der aktiven Mitarbeit helfen Patienten, das Ziel schnell zu erreichen.

Reha zu Hause
Es ist wichtig, dass die Übungen auch zu Hause täglich wiederholt werden. Dann kann das Leben nach wenigen Monaten wieder voll genossen werden – ob privat oder im Beruf. Allen Hobbys darf wieder nachgegangen werden. Erlaubt sind alle gelenkschonenden Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Spazierengehen, Skilanglauf oder Gymnastik. Jedoch sollten die Gelenke nicht überstrapaziert werden und auf schweres Heben und extreme sportliche Belastungen wie Squash, Tennis oder alpinen Skilauf sollte verzichtet werden. Die jeweiligen Aktivitäten bestimmen die Belastungen, denen ein künstliches Gelenk ausgesetzt ist, und beeinflussen seine Lebensdauer.