Bei M. Dupuytren handelt es sich um eine langsam fortschreitende Bindegewebserkrankung bei der die Palmaraponeurose (Sehnenplatte der Hohlhand) betroffen ist. Die Erkrankung kann Beugekontrakturen der Finger verursachen. Diese beeinträchtigt die Fingerfunktionen und führt zu einer verminderten Lebensqualität der Patienten. Befallen sind Grund- und  Mittelgelenke, vor allem des Ring – und Kleinfingers. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. In Europa tritt diese Erkrankung häufiger auf als in anderen Kontinenten. Die Patienten fühlen sich durch diese Bewegungseinschränkungen der Finger und auch der Hand in ihrem alltäglichen Leben massiv eingeschränkt. Warum ein M. Dupuytren auftritt, ist bis heute nicht genau geklärt. Gesichert ist ein familiär gehäuftes Auftreten, außerdem besteht eine Verbindung mit Nikotin- und Alkoholkonsum sowie mit Diabetes mellitus, Epilepsie und HIV. Meist beginnt die Krankheit mit einer Knotenbildung im Bereich der Hohlhand. Daraus kann sich dann ein tastbarer Strang bilden, der zu einer Beugung vor allem im Bereich der Mittel- und auch Fingergelenke führt. Der Patient kann die Hand nicht mehr flach auf eine Tischplatte legen. Eine Heilung dieser Erkrankung ist bisher nicht möglich. Das Ziel der Behandlung besteht darin, dass der Patient seine Finger wieder strecken kann. Dies erreicht man durch eine Entfernung dieser Stränge im Bereich der Hohlhand und auch der Finger. Bisher wird dies in einer Operation durchgeführt, welche auch eine intensive Nachbehandlung erfordert. (Link zum operativen M. Dupuytren)

Konservative Therapiemöglicgkeiten

Konservative Behandlungsmethoden konnten sich nicht durchsetzen, so dass bis jetzt die operativen Verfahren als Goldstandard angesehen werden. Im März 2011 wurde eine neue Möglichkeit zur Therapie des M. Dupuytren vorgestellt. Es handelt sich um eine konservative Therapie. Hierbei wird ein Enzym (Kollagenase) direkt in den Dupuytenschen Strang injiziert und löst dann dessen Struktur auf. Kollagenase ist ein Protein, welches unter physiologischen Bedingungen Bindegewebe aufspaltet. XIAPEX® besteht aus einem Gemisch von Kollagenasen, welche die Dupuytrenschen Stränge auflösen können. Die Behandlung mit XIAPEX® besteht aus einer Injektion und einer passiven Dehnung des Fingers am folgenden Tag, um den Dupuytrenstrang aufzubrechen.
Die Aufdehnung erfolgt unter örtlicher Betäubung der Hand. Falls das Ergebnis nicht zufrieden stellend ist, können Injektion und Fingeraufdehnung nach etwa 4 Wochen wiederholt werden. In Amerika wurden große Studien mit mehreren 100 Patienten durchgeführt. Die Studien zeigten eine deutliche Verbesserung des Bewegungsumfanges der Finger und Hände bei den therapierten Patienten. Knapp 70% der Patienten äußerten sich sehr zufrieden über die Therapie mit der Kollagenase. Die Ärzte kamen zu einer ähnlichen Einschätzung. Häufigste Nebenwirkungen waren Schwellungen, Blutergüsse und Schmerzen an der Injektionsstelle. Schwerwiegend, aber extrem selten (1/1000) ist das Risiko eines Sehnenrisses nach einer falsch platzierten Injektion.

Prognose

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Anwendung der Kollagenase bei einem hohen Prozentsatz der betroffenen Patienten den Bewegungsumfang bei einer Dupuytrenschen Kontraktur deutlich verbesserte. Ob eine Therapie mit XIAPEX® oder eine operative Therapie des Morbus Dupuytren infrage kommt, muss sehr individuell und nach eingehender Untersuchung entschieden werden. Diese Entscheidung sollte nur durch einen erfahrenen Arzt auf dem Gebiet der operativen Behandlung des M. Dupuytren veranlasst werden, idealerweise von einem Handchirurgen.