Jede ärztliche Handlung beinhaltet Vor- und Nachteile. Wir wollen hier versuchen, eventuelle Risiken und Nachteile unserer Operationen zusammenzufassen. Seien Sie jedoch versichert, dass wir unser Möglichstes tun werden, um jegliche Komplikationen und Nachteile für Sie zu vermeiden. Allgemein gilt, dass Komplikationen immer auch individuell unterschiedlich auftreten können. Komplikationen sowie Vor- und Nachteile eines operativen Vorgehens und deren Alternativen werden daher vor jeder Operation im persönlichen Gespräch mit dem Arzt besprochen. Deshalb dient die nachfolgende Aufzählung möglicher Komplikationen nur als Grundlage für unser Gespräch.

Narben

Bei jeder Operation entstehen Narben. Wir versuchen eine möglichst kleine Narbe entstehen zu lassen. Nach den Prinzipien der plastischen Chirurgie versuchen wir auch die Wunden so zu verschließen, dass die Narben so wenig sichtbar wie möglich sein werden. Ein Operieren ohne Narben ist jedoch nicht möglich. Narben können schmerzhaft sein. Des Weiteren können Narben sehr dick und auftragend sein. Für diese dicken und schmerzhaften Narben besteht jedoch meist eine individuelle Neigung, welche Ihnen eventuell von anderen Narben oder Operationen her bekannt ist. Zudem haben Narben die Eigenschaft, sich zusammenzuziehen. Dies widerspricht dem Wunsch der Bewegung des betroffenen Areals, was mit einer Dehnung und dem Gleiten der verschiedenen Schichten gegeneinander einhergeht. Narben verhindern ein solches Dehnen und Gleiten dieser Strukturen. Deswegen ist es wichtig, möglichst atraumatische Operationstechniken anzuwenden. Genauso wichtig ist jedoch auch eine adäquate und spezialisierte krankengymnastische und ergotherapeutische Nachbehandlung durchzuführen. Nicht immer gelingt es jedoch, durch diese Techniken die Narbenbildungen, insbesondere im Gelenksbereich und im Sehnenbereich zu verhindern. Es kann somit zu Bewegungseinschränkungen der betroffenen Gelenke kommen.

Nachblutungen/ Schwellungen

Bei jeder Operation werden kleinere und größere Blutgefäße durchtrennt. Diese werden entweder per Ligatur verschlossen oder in der Operation verödet. Kleinere Blutgefäße verkleben von selbst. Nach der Operation können sich jedoch diese Blutgefäße wieder öffnen und für einen lokalen Bluterguss sorgen. Ist ein solcher Bluterguss groß, so muss dieser entweder abgesaugt oder operativ ausgeräumt werden. Starke Schwellungen können aufgrund von Einlagerung von Wasser im Operationsgebiet auftreten. Diese können insbesondere bei einem zu engen Verband zu erheblichen Beschwerden führen. Auch deshalb ist auf die konsequente Hochlagerung und Kühlung der Extremität nach einer Operation zu achten.

Wundheilungsstörungen

Störungen der Wundheilung liegen oft komplexe Mechanismen zugrunde. Diese alle aufzuzählen, führt zu weit. Bekannt ist jedoch, dass im Bereich der Hand grundsätzlich eine gute Durchblutung vorhanden ist und deshalb auch die Wundheilung schneller stattfindet als an vielen anderen Stellen des Körpers. Eine Störung der Wundheilung ist nicht auszuschließen, aufgrund der guten Selbstheilungstendenz jedoch meist kein Grund für weitere Operationen.

Infektionen

Infektionen werden durch Bakterien hervorgerufen, welche in aller Regel Eiter produzieren. Dies ist eine mögliche, jedoch seltene Komplikation nach Operationen an der Hand. Dies erfordert in aller Regel eine sofortige chirurgische Maßnahme. Zeichen einer Infektion sind Rötungen, Überwärmungen, Schmerzen und Schwellungen.

Algodystrophie

Es handelt sich hierbei um einen meist schmerzhaften Schwellungszustand der Hand, welcher mit Bewegungseinschränkungen und trophischen Hautveränderungen einhergeht. Die Ursache dieser Erkrankung ist noch nicht vollständig geklärt, wohl aber auf das autonome Nervensystem zurückzuführen. Diese Erkrankung des autonomen Nervensystems bedarf dringend einer intensiven speziellen krankengymnastischen, ergotherapeutischen und schmerztherapeutischen Nachbehandlung.

Nervenverletzungen

Nervenverletzungen können grundsätzlich überall auftreten. Durch den Hautschnitt werden kleine Hautäste durchtrennt. Dies macht meist keine Beschwerden. Es können lokale Gefühlsminderungen im Narbengebiet entstehen. Bei der Durchtrennung größerer Nerven können jedoch erhebliche Ausfallserscheinungen im Sinne von Nervenlähmungen (Taubheitsgefühl, Muskellähmung) eintreten. Dies ist an der Hand insbesondere störend, da dies ein Werkzeug darstellt, welches auf die Sensibilität und die exakte Bewegungsfunktionen extrem angewiesen ist. Die speziellen Nervenverläufe werden dann in den Verlauf der einzelnen Operationen nochmals angesprochen.

Knochenbrüche

Bei der Behandlung von Knochenbrüchen wird versucht, die gebrochenen Knochenanteile möglichst exakt wieder aufeinander zu stellen. Minimale, auch nur Millimeter große Abweichungen dieser exakten Reposition können zu Achsenfehlstellungen und Rotationsfehlstellungen an der Hand und somit zu Funktionsstörungen führen. Häufig lassen sich diese Achsenfehlstellungen korrigieren, jedoch nicht immer vermeiden. Sekundäre Korrekturen sind hier operativ möglich. Die Knochenheilung an sich kann verzögert oder auch gar nicht eintreten, so dass ein sogenanntes Falschgelenk (Pseudarthrose) entsteht. Auch dieses kann und wird meist operativ behandelt. Ruhigstellungszeiten sind bei normalen Brüchen in aller Regel 3 – 6 Wochen, in speziellen Fällen auch bis zu 3 Monaten (Kahnbein). Bei Frakturen mit Gelenkbeteiligungen ist ein frühzeitiger Verschleiß des Gelenkes (Arthrose) trotz der Operation nicht immer auszuschließen. In nicht seltenen Fällen muss nach der knöchernen Stabilisierung zu einem späteren Zeitpunkt die Metallentfernung (Entfernung des Osteosynthesematerials) durchgeführt werden.

Bandverletzungen

Soweit eine Operation nach Bandverletzungen notwendig ist, wird versucht, das Band zu nähen oder in den Knochen wieder einzupflanzen. Dies führt in aller Regel zu einer narbigen Schrumpfung des Bandapparates und somit zu einer postoperativen Bewegungseinschränkung. Krankengymnastische Übungen sind in diesem Falle meist zunächst unerwünscht, um nicht ein unnötiges Aufdehnen der entstandenen Narbe zu bewirken. Hier sind krankengymnastische Übungen nur sehr eingeschränkt sinnvoll und nur nach ärztlichem Rat durchzuführen. In seltenen Fällen kommt es zu keiner stabilen Situation, so dass eine sekundäre Rekonstruktion des Bandes erfolgen muss, um eine frühzeitige Alterung des Gelenkes (Arthrose) zu verhindern.