VKB-Ruptur

Die vordere Kreuzbandruptur (VKB-Ruptur) zählt zu den häufigsten Bandverletzungen am Kniegelenk. Die Verletzungen ereignen sich insbesondere beim Fußball, Handball und beim Skifahren. Aber auch Stürze im Alltag können zur vorderen Kreuzbandruptur führen. Ein erfahrener Arzt kann die Verletzung sicher und zuverlässig durch die klinische Untersuchung diagnostizieren - genauer als mittels einer Kernspintomographie (MRT).

Nach dem Unfall ist das Knie meist geschwollen und in seiner Bewegung eingeschränkt. Wenn die akuten Beschwerden abgeklungen sind, klagen die meisten Patienten über ein Unsicherheits- oder Instabilitätsgefühl im Kniegelenk vor allem bei Drehbewegungen. Patienten mit länger zurückliegender Verletzung berichten hingegen oft über Schmerzen im Kniegelenk.

Diese Instabilität (Unsicherheitsgefühl) kann zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen und schwerwiegende Folgeschäden in Form von Knorpelschäden und Meniskusverletzungen nach sich ziehen.

Kreuzbandverletzungen bei Kindern sollten unbedingt operativ versorgt werden, um die drohenden Folgeschäden wie Meniskus- und Knorpelzerstörung zu vermeiden.

In der orthopädischen Klinik Markgröningen werden mittlerweile mehr als 1.000 vordere Kreuzbandrekonstruktionen jährlich durchgeführt.

Klinische Untersuchung des Kniegelenks
Klinische Untersuchung des Kniegelenks
VKB-Ruptur
Ergänzende instrumentelle Untersuchung des Kniegelenks mittels KT-1000-Kniearthrometer

Vordere Kreuzbandruptur

Vordere Kreuzbandruptur im MRT
Vordere Kreuzbandruptur im MRT
VBK-Ruptur intraoperativ
VBK-Ruptur intraoperativ
Innen- und Außenmeniskuskorbhenkelruptur
Schwere Folgeverletzung mit Innen- und Außenmeniskuskorbhenkelruptur bei nicht-therapierter vorderer Kreuzbandverletzung bei einer 20-jährigen Handballerin

OP-Technik

Das verletzte Kreuzband wird im Rahmen einer arthroskopischen Operation durch eine körpereigene Sehne ersetzt. Als Transplantate haben sich hierfür vor allem die Kniebeugesehnen (Semitendinosus-, und Gracilissehne) bewährt. Die Vorteile dieser Sehnen sind eine sehr hohe Primärstabilität, eine unproblematische Sehnenentnahme sowie die schonende und kosmetisch günstige Entnahme über einen kleinen Hautschnitt an der Schienbeinvorderkante. Durch eine gelenknahe Fixierung mit auflösbaren (bioresorbierbaren) Schrauben wird eine sichere Einheilung der Sehnen im Knochen gewährleistet.

Begleitend können Knorpelschäden und Meniskusverletzungen behandelt werden.

 

VBK-Plastik intraoperativ
VBK-Plastik intraoperativ

VKB-Plastik intraoperativ nach einem Jahr

OP-Technik bei Kindern mit offenen Wachstumsfugen

Es erfolgt ebenfalls die Kreuzband-Plastik aus einer Kniebeugesehne. Im Gegensatz zu ausgewachsenen Patienten erfolgt die Fixation nicht mit Schrauben, da diese die Wachstumsfuge blockieren und somit zu einem Fehlwachstum führen können. Das Transplantat hängt an beiden Enden an gelenkfernen Titan-Aufhängungen. Dadurch werden die Wachstumsfugen geschont und das Transplantat kann mitwachsen. Nach der Operation sollte bis zur Einheilung der Sehne eine spezielle Kinder-Schiene getragen werden.

 

Röntgenaufnahme nach VBK-Rekonstruktion
Röntgenaufnahme nach VBK-Rekonstruktion

Postoperative Röntgenaufnahmen nach VKB-Rekonstruktion bei einem 12-jährigem Patienten in wachstumsfugenschonender Technik.

 

Kinder VKB Orthesen
Spezielle VKB Orthesen für Kinder

Nachbehandlung

Nach der Operation kann direkt mit Krankengymnastik begonnen werden. Durch die gelenknahe Schraubfixierung ist eine frühfunktionelle Rehabilitation möglich. Eine Knieschiene (Orthese) ist nur bei Begleitverletzungen (z. B. Meniskusrefixation, Innenbandverletzung) und Revisionen nötig. Eine Limitierung der Beugung ist nicht nötig. Eine volle Belastung ohne Gehstützen ist bereits nach 1-2 Wochen möglich. Die Arbeitsunfähigkeit nach der Operation beträgt in der Regel 3-4 Wochen.

Anzahl VKB

Anzahl Vordere Kreuzbandrekonstruktion
Anzahl Vordere Kreuzbandrekonstruktion