Bizepsehnenerkrankungen – Ursache/Symptomatik

Die Bizepssehne kann an verschiedenen Stellen ihres Verlaufes geschädigt sein, entsprechend sind die Therapieformen. Kommt es zu einem Riss der langen Bizepssehne tritt meist ein einschießender Schmerz mit Bluterguss und Deformität des Bizepssehnenbauches auf. Die Schmerzen lassen in der Regel schnell nach, der Funktionsverlust ist gering und eine weitere Therapie ist meist nicht notwendig. Ist hingegen die lange Bizepssehne direkt an ihrem Ursprung geschädigt (= SLAP-Läsion) bestehen meist chronische belastungsabhängige Schmerzen im Schultergelenk. Wurf- und Überkopfbewegungen sind schmerzhaft. Durch einen operativen Eingriff mit Refixierung der Bizepssehne kann die Schädigung zur Ausheilung gebracht werden. Hierbei wird die Bizepssehne mit der dazugehörigen Gelenklippe mit Fadenankern refixiert. Ist die Bizepssehne jedoch bereits erheblich geschädigt, wird die Bizepssehne entweder durchtrennt (= Tenotomie) oder aus dem Gelenk verlagert (= Tenodese). Ist die Bizepssehne an Ihrem Ansatz an der Speiche abgerissen (= Ruptur der distalen Bizepssehne), wird meist die operative Refixierung notwendig.

SLAP-Läsion – Ursache/Symptomatik

Diese Verletzung betrifft häufig Überkopfsportler (Volleyball, Handball, Tennis) mit dann typischen Schmerzen unter Belastung (z.B. Wurfbewegung). In der Regel sollte diese Verletzung bei aktiven Patienten mit Schmerzen operiert werden. In der arthroskopischen Operation wird mit drei ca. 1cm großen Hautschnitten die Bizepssehnenankerläsion (= SLAP-Läsion) dargestellt und der Ansatz von Narbengewebe befreit. Danach erfolgt die Platzierung der Anker mit einem dazugehörigen Faden. Ein Fadenschenkel wird durch das Gewebe (Bild 2) geführt und anschließend wird der Knoten gesetzt (Bild 3), je nach Größe des Risses werden weitere Anker gesetzt (Bild 4). Der Hautverschluss der 2–3 kleinen Zugänge beendet die Operation.

SLAP-Läsion – Therapie

In der arthroskopischen Operation wird mit drei ca. 1cm großen Hautschnitten die Bizepssehnenankerläsion (= SLAP-Läsion) dargestellt und der Ansatz von Narbengewebe befreit. Danach erfolgt die Platzierung der Anker mit einem dazugehörigen Faden. Ein Fadenschenkel wird durch das Gewebe (Bild 2) geführt und anschließend wird der Knoten gesetzt (Bild 3), je nach Größe des Risses werden weitere Anker gesetzt (Bild 4). Der Hautverschluss der 2–3 kleinen Zugänge beendet die Operation.

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Bild 1
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Bild 2
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Bild 3
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Bild 4

SLAP-Läsion – Nachbehandlung

In den ersten 6 Wochen werden passive und aktiv-unterstützte Bewegungen durchgeführt. In der 7. bis 12. Woche wird die freie Beweglichkeit wiederhergestellt. Ab dem 4. Monat werden Kräftigungsübungen begonnen. Nach Abschluss des 5. Monats erfolgt die Freigabe zur Vollbelastung.

Riss der distalen Bizepssehne – Ursache/Symptomatik

Bei maximaler Kraftbelastung im gebeugten Ellenbogengelenk (z. B. Auffangen eines schweren Gegenstandes) kann es zu einem Abriss der Bizepssehne am Unterarm kommen. Kraftminderung bis zur Kraftlosigkeit bei Beugung und Drehbewegung im Ellenbogengelenk sind typisch. Meist findet sich oberhalb des Ellenbogengelenkes ein Hämatom (Bluterguss). Ist der Bizepsmuskel gut ausgebildet, kann ein Höhertreten des Muskelbauches beobachtet werden.

Nach oben verlagerter Muskelbauch
Nach oben verlagerter Muskelbauch

Riss der distalen Bizepssehne – Therapie

Im Regelfall sollte eine rasche operative Versorgung der Verletzung angestrebt werden, da die wesentliche Kraft zur Beugung und Außendrehung im Ellenbogengelenk durch den Bizepsmuskel erbracht wird. Über einen Hautschnitt am Ellenbogen wird der Ansatz der Bizepssehne am Unterarm dargestellt und die Sehne mit Hilfe von Fadenankern fixiert.

Refixation der distalen Bizepssehne mit Fadenankern
Refixation der distalen Bizepssehne mit Fadenankern

Riss der distalen Bizepssehne – Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt in einer speziellen Ellenbogenorthese mit frühzeitiger Physiotherapie. In den ersten 6 Wochen wird die freie Beweglichkeit des Ellenbogengelenkes wieder hergestellt, gefolgt von Kräftigungsübungen in der 7. bis 12. Wochen. Freigabe zur Vollbelastung wird nach Abschluss von 12 Wochen erteilt. Der Krankenhausaufenthalt beträgt 2-3 Tage.