Rotatorenmanschettenruptur – Ursache/Symptomatik

Vier Sehnen (Rotatorenmanschette) umschließen und führen den Oberarmkopf. Sehnenrisse kommen mit zunehmendem Alter aufgrund von Verschleiß gehäuft vor. Während unter 50 Jahren ein Sehnenriss eher selten vorkommt, ist in der Altersgruppe über 70 Jahre bereits jeder Dritte betroffen. Meist sind alltägliche Bewegungen oder kleinere Unfälle ausreichend, um eine vorgeschädigte Sehne zum Reißen zu bringen. Kurz nach dem Durchreißen besteht ein einschießender Schmerz kombiniert mit Bewegungsunfähigkeit. Nach der akuten Phase ist der Patient meist durch belastungsabhängige Schmerzen bei Überkopf- und abspreizenden Bewegungen geplagt. Kraftverlust und besonders der Nachtschmerz beim Liegen auf der Schulter sind weitere Symptome. Die Untersuchung des Patienten ist der Schlüssel zur Diagnose, der Ultraschall bestätigt den Sehnenriss. Die Kernspintomographie gibt entscheidende Hinweise zur Qualität des Gewebes.

Rotatorenmanschettenruptur – Therapie

Die Therapie ist individuell und richtet sich nach dem Alter, dem Funktionsanspruch des Patienten, der Größe des Risses und der Qualität des Gewebes. Jüngere Patienten mit hohem funktionellen Anspruch und guter Sehnenqualität werden in der Regel operativ behandelt. Zur Verfügung stehen die arthroskopische Sehnennaht und in seltenen Fällen bei erheblicher Vorschädigung Sehnentransfers. Ältere Patienten mit fortgeschrittener Degeneration und geringem funktionellen Anspruch werden zunächst konservativ behandelt. In der Akutphase werden zur Schmerzreduktion entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, Eisanwendungen und krankengymnastische Übungsbehandlungen eingesetzt. Sollte dies nicht zum Erfolg führen, ist eine Operation in Erwägung zu ziehen. Als Möglichkeiten stehen hier die Sehnennaht, Glättung der Sehnen oder Sehnenersatzoperationen zur Verfügung. Der stationäre Aufenthalt nach einer Sehnenrekonstruktion beträgt 3 Tage. Bei Durchführung der beschriebenen operativen Behandlung und Nachbehandlung können 80 Prozent der Sehnenrisse zur Ausheilung gebracht werden. Die Schmerzen werden in 90 Prozent der Fälle gebessert oder verschwinden.

Rotatorenmanschettenruptur – OP-Technik

In unserer Klinik werden ca. 90% aller Rotatorenmanschettennähte arthroskopisch („Schlüssellochchirurgie“) durchgeführt.

Vor der Operation wird ein Katheter durch den Narkosearzt appliziert. Hierdurch können Schmerzen in den ersten Tagen nach der Operation ausgeschaltet werden.

Ziel der Operation ist die spannungsfreie Naht der Sehne in anatomischer Stellung.

In der Operation wird der Sehnenriß arthroskopisch dargestellt (Bild 1). Der erste Fadenanker wird an die Knorpelknochengrenze gesetzt und die Fadenenden werden durch diese Sehne geführt (Bild 2). Anschließend wird dieser Vorgang mit einem zweiten Fadenanker wiederholt (Bild 3). Abschließend werden die Fadenenden verknotet und dadurch die Sehne auf dem Knochen fest verankert (Bild 4).

Bild 1
Bild 1: Rotatorenmanschettenruptur
Bild 2
Bild 2: erster Fadenanker
Bild 3
Bild 3: zweiter Fadenanker
Bild 4
Bild 4: Naht der Sehne

Rotatorenmanschettenruptur – Nachbehandlung

Das entscheidende Prinzip der Nachbehandlung ist, dass durch das langsame Einwachsen der Sehne die Stabilität der Sehnennaht mit der Zeit langsam zunimmt. So beträgt nach 6 Wochen die Stabilität der Sehnennaht nur 30 Prozent von einer gesunden Sehne und erreicht erst nach 5-6 Monaten die volle Stabilität. Deshalb wird die Schulter in den ersten 6 Wochen auf einem Luftkissen geschont und nur zu passiven Bewegungen freigegeben. Ab der 7. Woche sind aktive Bewegungen erlaubt und alltägliche Bewegungen ( z.B. Autofahren ) können wieder aufgenommen werden. Im Vordergrund der Nachbehandlung steht nun die Wiederherstellung der freien Beweglichkeit. Ab der 13. Woche ist der Beginn von Kräftigungsübungen unter strikter Beachtung der Schmerzgrenze erlaubt. Nach Ablauf von 5 Monaten steht der Behandlungsabschluss mit Vollbelastung.

Rotatorenmanschettenruptur – eigene Ergebnisse