Traumatische Schulterinstabilität – Ursache/Symptomatik

Es werden verschiedene Formen der Schulterinstabilität unterschieden. Die vordere untere Instabilität nach erfolgter Schulterluxation ist die mit Abstand häufigste Form. Bei der akuten vorderen unteren Schulterluxation wird unter Schmerzausschaltung schonend der Kopf in die Gelenkpfanne zurückgeführt. Anschließend erfolgt die Ruhigstellung und krankengymnastische Übungsbehandlung. Führt diese nicht zum Erfolg, ist in Abhängigkeit des Alters und der Aktivität des Patienten eine Operation in Erwägung zu ziehen. Der Patient hat in verschiedenen Armstellungen die Fähigkeit verloren den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne zu zentrieren. Schmerzen und ein Instabilitätsgefühl bei Wurfbewegungen können hierbei die Folge sein. Ein kurzfristiges Taubheitsgefühl im Arm kann auftreten.

Arthroskopische Stabilisation

Besteht eine symptomatische Instabilität, die konservativ nicht zur Ausheilung gebracht werden kann, ist die arthroskopische Stabilisation indiziert. Hierbei besteht das Operationsziel darin, die abgerissene Gelenklippe (= Labrum) an die Gelenkpfanne in anatomischer Form mit Fadenankern wieder anzunähen und dabei den überdehnten Kapselbandapparat auf ursprüngliche Länge zurückzuführen.

Arthroskopische Stabilisation – Nachbehandlung

In den ersten 6 Wochen werden passive und aktiv-unterstützte Bewegungen durchgeführt. In der 7. bis 12. Woche wird die freie Beweglichkeit wiederhergestellt. Ab dem 4. Monat werden Kräftigungsübungen begonnen. Nach Abschluss des 5. Monats erfolgt die Freigabe zur Vollbelastung.

Arthroskopische Stabilisation – eigene Ergebnisse

OP nach Latarjet

Wenn bei der vorderen unteren Schulterluxation ein erheblicher knöcherner Pfannenrandschaden eingetreten ist, muss die Gelenkpfanne wieder durch Knochen aufgebaut werden. Bei der Operation nach Latarjet wird dabei der Rabenschnabelfortsatz (Proc. coracoideus) mit den anhängigen Sehnen in den Defekt versetzt Dies führt zu einer außerordentlich hohen Stabilität nach Einheilung des Knochens.

OP nach Latarjet – Nachbehandlung

In den ersten 6 Wochen werden passive und aktiv-unterstützte Bewegungen durchgeführt. In der 7. bis 12. Woche wird die freie Beweglichkeit wiederhergestellt. Ab dem 4. Monat werden Kräftigungsübungen begonnen. Nach Abschluss des 5. Monats erfolgt die Freigabe zur Vollbelastung.

OP nach Latarjet – Bilder

knöcherner Pfannenrandschaden
knöcherner Pfannenrandschaden
Rabenschnabelfortsatz (Proc. coracoideus) mit den anhängigen Sehnen in den Defekt versetzt
Rabenschnabelfortsatz versetzt
Akute vordere untere Schulterluxation
Akute vordere untere Schulterluxation