Liebe Patienten, liebe Eltern,

die wenigsten, nicht selbst betroffenen Menschen, können mit dem Begriff Skoliose etwas anfangen. Wird dann die Diagnose gestellt, ist dies erst mal ein Schock. Sind Kinder und Jugendliche betroffen, machen sich die Eltern meist größere Sorgen als die jungen Patienten selbst.
Natürlich kann eine Wirbelsäulenverkrümmung in Abhängigkeit des Ausprägungsgrades auch eine schwere, mitunter sogar lebensbedrohliche Erkrankung sein. Die Mehrzahl der Skoliosen, Kyphosen oder anderen Wirbelsäulendeformitäten ist aber harmlos und auch ohne Operation gut behandelbar.

Liegt nur ein Verdacht vor, genügen in der Regel Verlaufskontrollen, „der klinische Blick“ ist ausreichend, die Röntgendiagnostik sollte äußerst sparsam eingesetzt werden.
Bei leichteren Wirbelsäulenverkrümmungen und Haltungsinsuffizienzen wäre zunächst die krankengymnastische Übungsbehandlung und sportliche Aktivierung ausreichend.

Bei eindeutigen Skoliosen mit noch keiner allzu großen Ausprägung, wird die Erkrankung mit einem Korsett behandelt.
Der Korsettbau hat in unserem Hause eine jahrzehntelange Tradition. Jährlich werden in unserer orthopädischen Werkstatt knapp 1.000 Rumpforthesen zur Behandlung verschiedenster Wirbelsäulendeformitäten und Erkrankungen hergestellt.

Nur bei stark ausgeprägten Skoliosen sollte operativ behandelt werden.
Eine Operation an der Wirbelsäule ist immer aufwendig und ein unumkehrbarer Schritt; die Indikation muss entsprechend sorgfältig und wohl überlegt gestellt werden!

Wenn operiert wird, gibt es verschiedene Zugangsmöglichkeiten zur Wirbelsäule. Geschieht dies über einen Schnitt am Rücken, spricht man vom dorsalen, wenn von seitlich operiert wird, vom ventralen Zugang. Auch eine Kombination beider Verfahren ist möglich.
Die Auswahl der Verfahren hängt vom Ausprägungsgrad und Skoliosentyp ab. Letztendlich ist es für alle Patienten von Vorteil, wenn das komplette Spektrum operativer Vorgehensweisen vorgehalten wird, um mit kleinstmöglichem Aufwand die größtmögliche Wirkung erzielen zu können. Die in unserer Klinik angewandte ventrale Derotationsspondylodese ist ein solches Beispiel für eine minimalinvasive Vorgehensweise mit maximalem Korrekturergebnis auch bei fortgeschrittenen Skoliosen.

Aber auch bei diesen speziellen Operationsverfahren gilt: Für den Erfolg steht nicht nur ein versierter Operateur, sondern ebenso die Anästhesie, Intensivmedizin, Physiotherapeuten – eben das Team – und nicht zuletzt die richtige Indikationsstellung.

Ihr

Dr. med. Stefan Krebs

Ärztlicher Direktor

Dr. med. Stefan Krebs

Dr. med. Stefan Krebs
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