Durch degenerative Veränderungen der Bandscheiben kommt es zu einer plötzlichen oder langsam zunehmenden Verlagerung bzw. zum Austritt von Gewebe des Nucleus pulposus (Gallertkern) einer Bandscheibe nach hinten in den Rückenmarkkanal (Spinalkanal) oder seitlich in das Neuroforamen (Austritt der Nervenwurzel).

Bandscheibenvorfall

Durch degenerative Veränderungen der Bandscheiben kommt es zu einer plötzlichen oder langsam zunehmenden Verlagerung bzw. zum Austritt von Gewebe des Nucleus pulposus (Gallertkern) einer Bandscheibe nach hinten in den Rückenmarkkanal (Spinalkanal) oder seitlich in das Neuroforamen (Austritt der Nervenwurzel). Hierbei kann es durch Druck auf Rückenmark bzw. Nervenwurzeln zu Schmerzen, Lähmungen, Gefühlsstörungen und auch Blasen-/Mastdarmentleerungsstörungen kommen. Bei Schmerzen oder Gefühlsstörungen können die Beschwerden zunächst konservativ behandelt werden. Bei Auftreten von Lähmungen, z. B. des Fußheber- oder Fußsenkermuskels oder der Arm- bzw. Handmuskulatur, wird eine Bandscheiben-Operation dringend empfohlen. Sofort, d.h. innerhalb weniger Stunden, muss operiert werden, wenn Ausfallerscheinungen im Bereich der Blasen- und Darmkontrolle auftreten. Am häufigsten sind Bandscheibenvorfälle an der Hals- und an der Lendenwirbelsäule.

Bandscheiben-Operationen (HWS/LWS)

Operationen im Halswirbelbereich:

  1. Nucleotomie (ventrale Discektomie) ohne/mit Fusion: Über einen schräg oder quer verlaufenden Hautschnitt vorne seitlich am Hals wird die entsprechende Bandscheibe entfernt, unter dem OP-Mikroskop wird der Spinalnerv von dem auf ihn drückenden Gewebe befreit. Da meist viel Gewebe entfernt werden muss, um an den eigentlichen Bandscheibenvorfall zu kommen, kann leicht eine instabile Situation entstehen, so dass eine Fusion der beiden angrenzenden Wirbel erfolgen muss. Dies wird durch Einbringen von Knochenmaterial und/oder eines so genannten Cages aus Kunststoff oder Metall erreicht, meist wird noch zusätzlich eine kleine Platte aufgeschraubt um eine gute Einheilung zu gewährleisten.

  2. Entfernung des Bandscheibenvorfalles von hinten, mit oder ohne Stabilisierung (Foraminotomie/ Sequestrotomie): Bei einem Bandscheibenvorfall, der weit seitlich, also im bzw. am Austrittsloch des Spinalnerven liegt oder wenn ein Vorfall mit Sequester (vom Bandscheibenvorfall abgelöstes, frei im Spinalkanal liegendes Material) vorliegt, wählt man den Zugangsweg über einen Hautschnitt an der Halsrückseite über den Dornfortsätzen.

Operationen im Lendenwirbelbereich:

Bei lumbalen (Lendenwirbelsäule) Bandscheibenvorfällen ohne sonstige degenerative Veränderungen wird das ausgetretene Bandscheibengewebe auf endoskopischem oder mikrochirurgischem Wege entfernt. Über einen kleinen Hautschnitt am Rücken in Höhe des Vorfalls werden eine Kamera und endoskopische Instrumente eingebracht oder mittels OP-Mikroskop und mit mikrochirurgischen Instrumenten operiert.

Bandscheibenprothesen

Eine Bandscheibenprothese oder künstliche Bandscheibe soll nach Möglichkeit die Funktion einer gesunden natürlichen Bandscheibe haben, also die gleiche Beweglichkeit garantieren, die gleiche Pufferfunktion zwischen den Wirbelkörpern erfüllen und auch den durch die erkrankte Bandscheibe entstandenen Höhenverlust wieder ausgleichen. Die von uns verwendeten künstlichen Bandscheiben von Spinal Kinetics M6 C (HWS) und M6 L (LWS) erfüllen diese Forderungen in höchstem Maße. Das innovative Design mit einem Kern aus Polyurethan und einem gewebten Faserring aus Polyethylen ermöglicht eine kontrollierte Beweglichkeit in allen 6 Freiheitsgraden.