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18.12.2008 - TÜV Zertifikat für Risikomanagement beim Gelenkersatz
Geprüfte Qualität für mehr Patientensicherheit bei künstlichem Gelenkersatz


OKM erhält als erste Klinik in Deutschland ein Zertifikat des TÜV Süd für Risikomanagement beim künstlichen Gelenkersatz

Unter der Leitung von Chefarzt Professor Bernd Fink wurde in der Orthopädischen Klinik Markgröningen eine bislang einmalige Risikoanalyse und -bewertung von Abläufen im OP durchgeführt. Erstmals war der TÜV Süd gefragt, bereichsübergreifend vorzugehen und nicht nur die Klinik und die an dem Projekt beteiligte Firma Zimmer zu zertifizieren, sondern auch den Gesamtprozess. Die feierliche Übergabe des Zertifikats fand am 18.12.2008 in der OKM statt.

Der Berliner Endoprothesenskandal der jüngsten Zeit hat gezeigt, dass Abläufe im OP fehleranfällig sein und negative gesundheitliche Folgen für Patienten haben können. „Meist werden Schwächen in den Prozessen erst erkannt, wenn das Kind schon in der Brunnen gefallen ist,“ so Professor Fink, „unser Ansatz hingegen war, früher anzusetzen und die Risiken schon im Vorfeld zu identifizieren.“ Zunächst wurde eine intensive Analyse der Abläufe von der Aufnahme des Patienten in die Klinik bis zum Verlassen des OPs durchgeführt. „Auch wenn in unserem Haus bislang keine Probleme aufgetreten sind, so waren wir doch überrascht, wie viele potenzielle Risiken wir entdeckt haben, die uns vorher gar nicht bewusst waren.“

Für ein gutes Behandlungsergebnis in der Endoprothetik greifen zahlreiche Faktoren ineinander, weshalb es wichtig ist, den Gesamtprozess mit allen Beteiligten zu optimieren. Aus diesem Grund war an dem Projekt auch der Hersteller der in der Klinik eingesetzten Prothesen, die Firma Zimmer, beteiligt. 'Der Umgang mit Implantaten im OP ist sehr komplex und fehleranfällig. Er beginnt auch nicht erst mit dem Aufrei&szig;en der Verpackung am Operationstisch, sondern lange vorher mit der Bestellung, Lieferung und Lagerung der Prothesen oder auch der Schulung des OP-Personals.“ Hier sind Hersteller der Prothesen wie Zimmer gefragt: Sie sind ebenfalls zertifiziert und stellen die Sicherheit ihrer Produkte etwa durch Schulungen und Qualitätsprüfungen bei Auftragsannahme und im Logistikprozess sicher. Als dritter Projektpartner stand auch der TÜV Süd vor einer neuen Herausforderung, indem er Schnittstellen- statt Einzelbetrachtung vornehmen sollte, denn: „Wenn zwei Beteiligte zertifiziert sind, heißt das leider noch lange nicht, dass die Abläufe zwischen ihnen auch reibungslos sind,' weiß Professor Fink aus der täglichen Praxis.

'Man kann es mit einem Flugzeug vergleichen: Es fliegt nicht los, bevor nicht alles gründlich nach einer vorher festgelegten Checkliste überprüft ist. Jeder muss wissen wo sein Platz und was seine Aufgabe ist und was zu tun ist, wenn ein Notfall auftritt. Genauso sollte es im OP sein. Die Risiken sind bekannt und werden durch vorher festgelegt Kontrollmechanismen und Handlungsabläufe auf ein Minimum heruntergefahren. Sollte dennoch etwas Unvorhergesehenes passieren, wie keine rechtzeitige Lieferung eines Implantats, wei&szig; jeder, wie Plan B aussieht und was seine Rolle dabei ist.' Das Ziel sei es, so Professor Fink abschließend, die Sicherheit der Patienten zu keinem Zeitpunkt zu gefährden.

 
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